MM: Universität Zürich UZH zensiert das Internet nach britisch-chinesischem Vorbild

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Wie diversen Hochschulangehörigen, so auch Studierenden und Forschenden der UZH in der letzten Zeit aufgefallen ist, betreibt die UZH spätestens seit der Zeit des E-Mail-Überwachungsskandals um die Affäre Mörgeli und Ritzmann von letztem Jahr jetzt auch noch Sperrungen von Webinhalten, nach dem Vorbild wenig freiheitlicher Staaten.

Eine entsprechende (erläuternde) Webseite, allerdings ohne konkreten Angaben über die eingesetzte Zensurmethodik und den -umfang der betroffenen Webseiten findet sich hier:

https://www.uzh.ch/about/basics/genderpolicy/blocked.html (nur uni-intern einsehbar; siehe Bild rechts)240px|right

Zensiert werden mit Sicherheit Webseiten nach einer (kombinierten) Logik von Webadresse und bestimmten Suchbegriffen, wobei abgewandelte Suchbegriffe zu den unerwünschten Inhalten führen können.

Der Chaos Computer Club Zürich CCCZH fordert von der Universität Zürich UZH folgende Sofortmassnahmen zu ergreifen, um das Grundrecht auf Informationsfreiheit, sowie das Prinzip der Netzneutralität wieder herzustellen:

1. Sofortige Transparentmachung der eingesetzten Filterregeln der Deep-Packet-Inspection bzw. der Zensurliste von Seiten. 2. Sofortige Aussetzung der eingesetzten Filtersoftware an der gesamten UZH. 3. Sofortige Information aller Hochschulangehörigen und der Öffentlichkeit über die eingesetzte Filtersoftware, das Herkunftsland der Software, sowie Angaben darüber, über welche Länder und Stellen der überwachte Traffic allfällig läuft. Nebst völlig unnötig sind diese Massnahmen auch noch komplett unwirksam, wie Aktivist*innen des CCCZH feststellen:

1. Webseiten werden nur dann geblockt, wenn sie in der unverschlüsselten Version (ohne https) abgerufen werden. 2. Mit abgewandelten Suchbegriffen kann teilweise auf vermeintlich blockierte Inhalte zugegriffen werden. 3.' Mittels zensurresisten Netzwerken wie Tor kann auf beliebige Inhalte zugegriffen werden. Die UZH beweist erneut Unfähgikeit, im Umgang mit dem Cyberspace, erfüllt ihre Vorbildfunktion als öffentliche Institution abermals nicht, ein Hort der Freiheit zu sein und macht sich nicht zuletzt technisch lächerlich, Teile des unliebsamen Internets unwirksam zu zensieren.

Es ist noch unbekannt, was der Umfang der geblockten Webseiten und -inhalten ist. Wir befürchten allerdings, dass sich angesichts der bedenklichen Zensurmethodik britisch-chinesischer Prägung, Inhalte der Zensur zum Opfer fallen, welche nebst Informationsfreiheit und Netzneutralität, auch das Recht auf freie Meinungsäusserung verletzten, sowie die Forschungsfreiheit einschränken.

Wehret den Anfängen! Für ein Netz frei von Zensur — an der UZH und überall! Für Netzneutralität, denn: All bits were created equal!