CCCZH unterstützt den internationalen Aktionstag für Bradley Manning

I am Bradley Manning

Am 1. Juni soll die Öffentlichkeit weltweit durch verschiedenste Aktionen daran erinnert werden, dass am 3. Juni das Hauptverfahren gegen den WikiLeaks-Informanten Bradley Manning vor einem Militärgericht in den USA beginnt. Der Whistleblower Bradley Manning, der seit über 1'000 Tagen in Untersuchungshaft sitzt, ist des "Geheimnisverrats und der Unterstützung des Feindes" angeklagt, weil er unter anderem Dokumente zu den Kriegsverbrechen der US-Truppen im Irak und in Afghanistan an die Öffentlichkeit gebracht hat. Ihm drohen mindestens lebenslange Haft in einem Militärgefängnis; auch eine Verurteilung zum Tode wegen Landesverrates ist möglich.

Der CCC Zürich ruft deshalb dazu auf, am 1. Juni 2013 an geplanten Aktionen teilzunehmen. In Zürich werden die Hacker auf dem Paradeplatz zwischen 13 und 16 Uhr Flyer verteilen und Unterschriften als Solidaritätsbekundung für Bradley Manning sammeln. Informationsfreiheit und Transparenzprinzip gehören für den CCC Zürich neben informationeller Selbstbestimmung und ungehinderter, weltweiter Kommunikation zu den Grundpfeilern einer offenen und freien Gesellschaft.

"Whistleblowing" erfüllt dabei nach Ansicht des CCC Zürich zur Zeit eine wichtige gesellschaftliche Funktion und ist keineswegs eine verachtenswerte Nestbeschmutzung - auch wenn dies gerade in der Schweiz noch oft so verstanden wird. Solange sich Staat und Wirtschaft dem Transparenzprinzip und der Informationsfreiheit verschliessen, wird es Menschen mit Rückgrat brauchen, die unter hohem persönlichem Risiko aktiv zur Dokumenten-Befreiung beitragen. "Es werden Zeiten kommen, da werden Orden verteilt: für den Verrat unwürdiger Geheimnisse" (Ingeborg Bachmann, "Alle Tage").

Dem Aktionsbündnis haben sich weltweit verschiedenste Gruppen und Organisationen angeschlossen; im deutschsprachigen Raum werden Aktionen z.B. durch das Whistleblower-Netzwerk e.V., die Piratenpartei, ATTAC "AG Globalisierung und Krieg" und die Wau-Holland-Stiftung unterstützt. Solidaritätsbekundungen für Bradley Manning gibt es zudem vom Schriftstellerverband PEN sowie Stellungnahmen der "Reporter ohne Grenzen". "Amnesty International" macht seit langer Zeit auf die unwürdigen Haftbedingungen von Bradley Manning aufmerksam.