Aus CCCZH

MendelMax 2

Aufgrund der Kernschmelze im Prusa wurde entschieden einen neuen Drucker aus mehr Metall zu bauen:

(Aktueller Status: In Arbeit)


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MendelMax2+Tux

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Der CCCZH hatte nach mehren Jahren Bauzeit für einige Wochen einen wunderbar druckenden Prusa. Diese glorreichen Tagen kamen durch aktive Mitwirkung eines Mitglieds zu einem jähen ende, als dieses versuchte den Extruder unter Zuhilfenahme eines Heissluftfoehns zu entstopfen. (An dieser Stelle soll beachtet werden, dass der Prusa primär aus Plastikteilen gebaut gewesen war.)

Im laufe der darauf folgenden Monate wurde entschieden einen neuen Drucker zu bauen. Die Wahl fiel auf den Rep Rap MendelMax2. Nicht zuletzt weil dieser zum groessten teil aus Metallteilen gebaut wird.

Zudem wurde beschlossen, den Drucker aus gründen der Kosten und des Bedarfs an Hackprojekten selbst zusammenzubauen.

Parts

Makers Tool Works verkaufen in Ihrem Webshop Einzelteile und Kits für ihre Drucker. Von da bezogen wir was wir sonst nicht vernünftig auftreiben konnten oder nicht noch in ähnlicher Form rumliegen hatten. (Aluprofile und Schrauben lassen sich übrigens in gut in Schweizer Industriegebieten bekommen.[1][2])

Allerdings stellten wir im verlauf der Einkäufe fest, dass uns ein Full Kit günstiger gekommen wäre.

Frame

Der Rahmen der MM2 besteht primär aus aus Platten geschnittenen Aluteilen (kein biegen oder schweissen erforderlich) und 20x20mm Aluprofilen welche mit jeder menge schrauben zusammengehalten werden.

Die Rahmenkonstruktion ist sehr Stabil. Die Ausrichtung des Aufbaus (Z-Achse) stellte sich allerdings als etwas mühsam heraus.

Beim Zusammenbau lohnt es sich darauf zu achten alle T-nuts rechtzeitig zu verbauen, da dies Nachträglich aeusserst mühsam sein kann.

X axis

Die X-Konstruktion funktioniert erstaunlich anstandslos.

Die nachrichtliche Justierung der Z Aufhängung hat sich als etwas mühsam erwiesen. Zudem mussten wir bei unserm Drucker alle Kabel die auf der X-Achse enden verlängern.

Y axis

Ursprünglich hatten wir hier eine Kugelkette mit selbst designten Pulleys im Einsatz. Es stellte sich heraus, das dieses System keinerlei Vorteile (jedoch aber Nachteile) gegenüber konventionellen Zahnriemen aufweist. (insb. ist das Verhältnis von Soll- und Ist-Position wellenförmig. )

Deshalb wurde der Kauf des Y-axis Kits beantragt und beschlossen.

Das Kit ist solide gefertigt und gibt eine stabile (as in: dekalibriert sich nicht) Plattform. Allerdings ist es eher schwierig, das Glas zu mont- und justieren. (und ja, Eingebaut ist eingebaut, nicht wie zB. beim Ultimaker, wo sich das Glas einfach abnehmen lässt.)

Beide Plattformen haben das Problem, das die Y-Gleiter etwas grösser sind als die Gleitachse, was dazu führt das die Plattform eg. beim füllen von feinen Strukturen um mehrere mm schwingt. (XY_jerk=0 entschärft das Problem, löst es aber nicht)


Das gedruckte Teil, welches den Y-spanner mit dem Rahmen verbindet stellte sich als sehr filigran heraus, weshalb wir dort ein modifiziertes Design verwenden.

Z axis

Während des Baus hatte die Z-Aufhängung eine Tendenz dazu, sich zu verkannten. Allgemein stellte es sich als eher schwer heraus, die 6 vertikalen Elemente (Frame, Gleitachsen, Trapezspindeln) schön parallel zu montieren. (Hier hilft's mir einem Masstab Abstände einstellen zu gehen).

PS: die Metalteile, die die Gleitstangen unten fixieren sind nicht symmetrisch.

Extruder

Wir haben einen Bowden-Extruder von MTW verbaut, welcher anstandslos funktioniert.

Hot End

Das mit dem Bowdenextruder mitgelieferte Hot-End bot keinerlei Montagemöglichkeit, weshalb 'für den Moment(tm)' ein Holz-Adapter gebaut wurde.

Die Entzündungstemperatur von Fichtenholz ist ca. 270 Grad C, was einem bewusst sein sollte da dies zwar 50K über der normalen Drucktemperatur ist, aber absolut im Leistungsbereich des Hot-Ends liegt.

Elektronik

R2C2

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R2C2

Ursprünglich wollten wir das R2C2 Bord, welches im Prusa im Einsatz gewesen war, weiterverwenden.

Die darauf laufende Firmware erwies sich allerdings im laufe des Bauprozesses (nach diversen Stunden Kalibrierung) als total buggy, gebastelt und unmaintained. (Zudem waren die Endstops ziemlich gebastelt, da der MM2 für Mechanische ausgelegt ist.)

Aufgrundedessen wurde die Anschaffung eines 'Richtigen' Controllers auf welchem Marlin läuft beschlossen.

Rambo

Das Board funktioniert soweit wunderbar; es bietet Konrektoren für 5 Motore, 6 Endstops und 4 Thermistoren. Zudem sind die verbleibenden Pins des ATmega auf Pinnleisten Herausgeführt. (Read: Display-Addon, Servo's, ect.)

Marlin

Die Marlin Firmware funktioniert gut, wobei es sich als etwas schwer herausstellte eine MTW-Version zu finden die kompliierte. (Git > branch "MendelMax_2-0_RAMBo_1-2" funktionierte)

Note: Marlin hat Support für 6 Endstops, Bed leveling, Servos sowie Displays.

Kabel

Die meisten Motorenkabel, sowie jene eines Endstops und des Extruder-Thermistors mussten verlängert werden. Dabei stellte sich heraus, dass es mehre Farbcodes für Steppermotorenkabel gibt.

Fazit

MM2 bowl.jpg

Generell hat sich gezeigt, das "Da haben wir was ähnliches rumliegen" beim Druckerbau eher zu Verzöger- und Verteuerungen (Read: Shipping und Import Taxes) führt, als das irgendwas gespart würde. Allerdings liessen sich kleine Anpassungen sehr gut implementieren.

Und übrigens lohnt es sich, die Zahl Schrauben auf der BOM jeweils grosszuegig aufzurunden, da ab einem gewissen Punkt (etwa dann wo das Gaffa geholt wird) von der Anleitung abgewichen werden wird.

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