Aus CCCZH

Gestern ist es dann das zweite Mal passiert - mein Inernetzugang bei der Swisscom war blockiert und jeder Webaufruf landete bei einer Swisscom-Internetseite mit dem Hinweis, der Zugang sei wegen "administrativer Probleme" zur Zeit nicht möglich und man solle sich doch mal melden.

Im Customer Support wurde mir dann mitgeteilt, dass man jetzt wiederholt (zum zweiten Mal) festgestellt habe, dass von meinem Rechner aus Spam verschickt würde und deshalb der Internetzugang erst wieder freigeschaltet werden könne, wenn ein Swisscom-Partner meinen Rechner inspiziert habe und schriftlich bestätigen würde, dass der Rechner jetzt wieder "sauber" ist...

Leider verstehen die Mitarbeiter und Abteilungsleiter des Customer Support vom Internet so wenig wie eine Kuh vom Fahrrad-fahren: auf die Frage, ob sie die angebliche Spamming-Mail vorliegen haben und woran sie erkennen können, das es sich um Spam handelt, wurde immer mit der Aussage quittiert, dass sie die EMail zwar sehen, aber nicht selbst einschätzen können, ob es sich um Spam handelt. Aber ihr Server hat das als Spam klassifiziert und deshalb wird das schon stimmem.

Meine mehrmaligen Versuche zu erklären, dass es sich (wie schon beim ersten Mal) vermutlich um einen Abuse-Fall wegen meines Mixmaster-Exits handelt, scheiterten kläglich am Unverstand der Gesprächspartner, die das technisch nicht verstehen konnten oder wollten. Im übrigen wurde mir Einsicht in weitere Einzelheiten des Falles "aus Datenschutzgründen" verweigert, wie Phillip Gauss, Leiter im Customer Support mir mitteilte. Man schaltete einfach auf stur, verwies auf die notwendige Säuberung meines Rechners durch einen Swisscom-Partner und weigerte sich, den Internetzugang wiederherzustellen.

Selbst wenn Spam von meinem Rechner aus verschickt worden wäre (was definitiv nicht der Fall ist), stellt sich mir hier die Frage der Zulässigkeit eines automatischen Sperren des Internetzugangs - des gesamten Internetzugangs und nicht nicht nur des Mailverkehrs (was ja Spamming von diesem Rechner aus verhindern würde). Selbst unter den rigerosen HADOPI-Regel in Frankreich gilt die "Three-Strike"-Regelung und ein beschuldigter Raubkopierer kann sich zumindest mal rechtfertigen. In der Schweiz scheint "Spamming" (so es denn überhaupt welches ist) schwerer und schneller geahndet zu werden als Raubkopieren. Und dabei ist Spamming noch nicht mal strafrechtlich relevant.

Wer ähnliche Erfahrungen mit der Swisscom gemacht hat (oder jemanden kennt, der das hat), dann meldet Euch doch mal beim CCCZH. So etwas sollte man der Beschisscom eigentlich nicht durchgehen lassen.

Meine Werkzeuge